Sabrina Jung
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  zur Ausstellung "Mit anderen Augen", Kunsthaus Nürnberg
von Dr. Harriet Zilch

Für ihre Serie der Schönen Frauen nutzt Sabrina Jung historische Frauenportraits aus den 1920er- bis 1950er Jahren, die sie mit den sorgsam geschminkten Gesichtern aktueller Fotomodels überlagert. Trotz der unterschiedlichen Entstehungszeit entwickelt das desperate Ausgangsmaterial ein nahezu symbolisches Verhältnis, welches – auf den ersten Blick die ewige Sehnsucht nach makelloser Schönheit zu erfüllen scheint. Bei einem zweiten Blick kippt die vermeintliche Perfektion der Schönen Frauen jedoch in eine beklemmende Maskerade, und die Inszenierung der Portraitierten thematisiert Fragen nach gesellschaftlich etablierten Schönheitsidealen und weiblichen Rollenklischees.
Für ihre Photographers masks of death verwendet Sabrina Jung frontal aufgenommene Studio-Portraits der 1940er Jahre, die sie über handgefertigte Gipsmasken kaschiert. Durch die Übertragung der zweidimensionalen Portraitfotografie auf den dreidimensionalen Träger entstehen Falten und Knicke, die an die Furchen eines gealterten Gesichts erinnern. Totenmaske wir Portraitfotografie fungieren als Katalysatoren der Erinnerung und Konservierung, denn beide Medien dokumentieren über den Tod hinaus die Existenz des Menschen.