Sabrina Jung
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Das multiple Ich
zur Arbeit „Me, Myself & I“, 2015-2016
von Sabrina Jung

Die einzelnen Arbeiten der Reihe „Me, Myself & I“ bestehen jeweils aus drei Portraits derselben Person im Halbprofil. Durch die Spiegelung des mittleren Bildes befindet sich eins der äußeren Gesichter in einer der mittleren Person zugewandten Position, das andere ist dementsprechend in einer der mittleren Person abgewandten Blickrichtung. Der gleichzeitige Eindruck von Nähe und Distanz innerhalb der Portraitgruppe entsteht. Die sich zugewandten Gesichter wirken sich näher, als die sich abgewandten Gesichter. Da es sich jedoch um ein und dieselbe Person handelt, spielt diese Darstellungsweise auf die „multiplen“ Rollen eines Individuums an, wie diese im privaten und öffentlichen Bereich zugewiesen sind. Die Entstehungszeit der Aufnahmen, läßt zudem dieBetrachtung der „multiplen Identitäten“ im historischen Kontext zu.
Das Oszillieren zwischen Selbstbild, Fremdbild und eigener Identität wirft Fragen auf. Wo befinde ich mich selbst innerhalb einer Gesellschaft? Welche Rollen erfülle ich bzw. erfülle ich nicht? Welche Rollen werden mir zugeschrieben? Ist es möglich, sich davon zu emanzipieren und eigenständig zu werden? Welche Auswirkungen haben von der Gesellschaft zugeschriebene Rollen, wie wir es im historischen Kontext reflektieren können?