Sabrina Jung
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Totenmasken reden und schweigen
Photographers masks of death
Sabrina Jung

Durch das Kaschieren eines flachen Fotos auf einen dreidimensionalen Gesichtskörper entstehen groteske Masken. Falten und Knicke, die sich beim aufziehen auf den Träger bilden, erinnern an Falten und Furchen in gelebten Gesichtern. Augen- und Mundpartien wirken leicht verzogen. Es scheint als ob die Portraitierten, im Moment des Todes erstarrt, dem Betrachter in die Augen blicken. Anders als klassische Totenmasken, die das Gesicht des Verstorbenen mit gleichmäßigen, ruhigen und gelösten Gesichtszügen zeigen, stellen diese Masken die Gesichter "grimassenhaft" dar.
Klassische Totenmasken und Portraitfotografien fungieren als Medien der Erinnerung und Konservierung. Totenmasken wurden erstellt, weil der Mensch mit ihnen Tod und Vergehen erfassen und etwas vom Verstorbenen erhalten wollte – das letzte Gesicht. Dieser Gedanke ist auch bei der Betrachtung von Portaitfotografien interessant. Portraitfotos überdauern das Leben des dargestellten Menschen, sofern die Abbildung nicht durch Lichteinfall gänzlich verschwindet oder das Bild auf andere Weise zerstört wird. Sie beweist die Existenz desjenigen, der auf dem Foto abgebildet ist und kann dies über dessen Tod hinaus bezeugen. Auch wenn ein Foto nur imstande ist einen Moment im Leben des Abgebildeten einzufangen, so wissen wir als Betrachter doch um die zeitliche Dimension der menschlichen Existenz und schließen diese gedanklich mit ein. Die Momentaufnahme inkludiert somit die gesamte Lebenszeit des Abgebildeten. Legt man diese Überlegung zu Grunde, so ist auch das Todesbildnis bereits in jedem Portraitfoto eingeschrieben.
Durch die Transformation der zweidimensionalen Potraitfotografien in die dreidimensionale Form der Maske wird der Portraitierte wieder 'fassbar', er bekommt wieder ein plastisches Gesicht, das berührbar und berührend zugleich ist.

 

death masks talk and Remain silent
Photographers masks of death
Sabrina Jung

The work „Photographers masks of death“ deals with the question if portrait photos could be seen as an effigy of death. To construct the masks I use selected studio portraits from the 1940s and mount them on handmade masks made of plaster. In doing so I create bizarre „death masks“. Wrinkels that appear during the process remind of wrinkels in persons faces by growing older. Eyes and mouth look a bit twisted, it seems as if the persons being photographed are frozen during their death struggle. The mask presents the face like a grimace.
Combining photography and sculpture – portrait and the classical idea of death masks – you recognize that both media are presenting forms of memory and preservation. With the attempt of generating death masks humans try to capture death and the process of passing away while
simultaneously avoiing it. This idea is very interesting looking at portrait photos.

A photo records one moment in life, but we know, that their is a lifetime included. When lifetime is presented in the portrait, then the effigy of death would coincidentially be inscribed as well.

The portrait then indicates the forthcoming death as a symbol – trying to preserve life but simultaneously originating death. The portrait becomes a mask of death created by the photographer. Transforming the two-dimensional photo into a three-dimensional mask the idea appears visibly. The photographed person´s face becomes plastic, so it is touchable and in the same moment touching.

 

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